Die Kreuzfahrtbranche ist auf Erfolgskurs. In diesem Jahr werden noch mehr Schiffe in Palmas Hafen einlaufen als in der vergangenen Saison! Damit werden weit mehr als 1,3 Millionen Kreuzfahrt-Urlauber auf der Insel erwartet.

Sie halten jedem Sturm stand, diese riesigen Luxusliner. Wie die gesamte Branche: Der Kreuzfahrt-Tourismus verzeichnet weiter Zuwächse, so als ob auch die schwerste Wirtschaftskrise ihm nichts anhaben könnte. Während im Jahr 2010 viele Hoteliers über Einbußen klagten, meldete die Branche einen Rekordsommer. Allein 525 Kreuzfahrtschiffe kamen nach Mallorca, um – in der Regel gut betuchte – Touristen auf die Insel zu bringen, insgesamt über 1,3 Millionen.

Der Hafen von Palma registrierte einen Zuwachs von 30 Prozent, in den Sommermonaten war an vielen Tagen kein einziger Platz an der Pier mehr frei. Die Aussichten für 2011 sind ebenfalls sehr positiv. So haben sich schon jetzt 549 Schiffe angemeldet, die ihre Leinen in der Balearenhauptstadt festmachen wollen. Das entspricht einem Plus von fast fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und unter den angekündigten Schiffen sind die größten, luxuriösesten, ausgefallensten und schönsten Kreuzfahrtschiffe der ganzen Welt. Außerdem gehen Branchenkenner davon aus, dass viele Routen, die bislang auch Häfen in Nordafrika enthielten, verändert und Mallorca so ein weiteres Besucher-Plus beschaffen werden.

Was macht einen Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff so attraktiv? Warum konnten sich die Schiffshotels trotz der Krise an zweistelligen Zuwachsraten erfreuen? Sebastian Ahrens, Geschäftsführer von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, sagt: „Die Stärke der Kreuzfahrten ist ihre Diversität. Die zahlreichen, unterschiedlichen Kurzreisen für Kreuzfahrtneulinge, Weltreisen oder Expeditionsreisen zu exotischen Zielen sowie die Vielfalt der verschiedenen Schiffskonzepte ziehen immer mehr Reisende aufs Wasser. Eine Kreuzfahrt vereint Reise-Erlebnisse in vielen Ländern mit dem Komfort, sein schwimmendes Hotel stets dabei zu haben.” Sein Kollege von AIDA Cruises drückt es so aus: „Unsere Gäste brauchen nur einmal den Koffer auszupacken und lernen ganz bequem verschiedene Städte und Länder kennen. Außerdem bietet eine Kreuzfahrt viel mehr als es ein einziges Hotel jemals offerieren könnte.”

Das neueste Kreuzfahrtschiff von TUI Cruises: Neben acht Restaurants und  Bistros stehen den Gästen verschiedene Bars und Lounges, zwei Außen-Pools  sowie ein großer Spa- & Sport-Bereich zur Verfügung

Einmal buchen, einmal einchecken, einmal den Koffer auspacken – das lockt viele Urlauber. Jeden Tag durch die Gassen einer anderen Stadt zu schlendern, auf einem bislang unbekannten Golfplatz zu stehen, sich durch eine einmalige Ausstellung eines weltbekannten Museums führen zu lassen … Die Kinder können derweil mit einem speziell auf sie abgestimmten altersgemäßen Programm das jeweilige Reiseziel kennenlernen. Und abends sitzen alle wieder zusammen beim Abendessen und erzählen von den Erlebnissen. Bei den reichhaltigen Buffets kann man sich sicher sein, dass diese Erzählstunden nie zu kurz ausfallen. Und für jeden Geschmack ist auch etwas dabei!

Allein bei deutschen Anbietern buchten im vergangenen Jahr über 1,6 Millionen Kunden eine Kreuzfahrt, wie aus der Branchenanalyse des Deutschen ReiseVerbands (DRV) hervorgeht. Und das Wachstumspotenzial ist enorm. Denn erst 1,5 Prozent der Deutschen haben in ihrem Leben schon einmal eine Kreuzfahrt unternommen. Tendenz steigend, denn fast alle Kunden sind Wiederholer!

Die meisten Reisenden lockt nicht nur der atemberaubende Blick aufs Meer, sondern vor allem der Komfort. Einmal eingecheckt, hat man sein Hotelzimmer immer dabeiAls „unangefochtener Marktführer im Mittelmeer” sieht sich die italienische Reederei Costa Cruises, die die Zahl ihrer Passagiere allein für das laufende Jahr auf 9 Millionen schätzt. Die Costa-Schiffe laufen insgesamt 72 Mittelmeerhäfen an, davon 21 in Italien, 17 in Spanien, elf in Griechenland und neun in Frankreich. Der Mittelmeerraum gilt zudem als die Region, die das meiste Wachstumspotenzial aufweist.

Aber nicht nur die Reedereien und die angelaufenen Städte profitieren vom Boom der Branche. Schließlich brauchen die Unternehmen für den steigenden Bedarf auch ständig neue Schiffe. So bekommt zum Beispiel Costa Cruises in diesem Jahr Zuwachs von der Costa Favolosa (3.780 Passagiere). Sie soll im Juli in Venedig getauft werden. 2012 kommt dann das 16. Schiff der Flotte dazu, die Costa Fascinosa. Seit dem Jahr 2000 gab die Gesellschaft 9,6 Milliarden Euro für den Flottenzuwachs aus.

Während Costa bei italienischen Werften bauen lässt, vertrauen Reedereien aus aller Welt vielfach auf deutsche Technologie. So wie AIDA, deren achtes Schiff, die AIDAsol, vor wenigen Wochen die Meyer Werft in Papenburg verlassen hat und am 9. April in Kiel getauft wurde. Bis zum Jahr 2013 soll die Flotte auf zehn Schiffe vergrößert werden. Aktuell arbeiten rund 5.000 Mitarbeiter für das Unternehmen, davon 500 an Land und 4.500 auf den Schiffen. Auch TUI Cruises, das Gemeinschaftsunternehmen von Europas größtem Reiseveranstalter, der TUI AG, und dem Kreuzfahrtunternehmen Royal Caribbean Cruises, hat nun ein zweites großes Schiff im Programm. „Mein Schiff 2“ wird am 14. Mai in Hamburg getauft.

Das Geschäft floriert. Alle paar Monate verlässt ein Luxusliner die Docks des niedersächsischen Schiffbauers. Im Dezember war es die Disney Dream (über 4.000 Passagiere) für die US-amerikanische Reederei Disney Cruise Line. Im Mai wird die Celebrity Silhouette der Celebrity Cruises Reederei das Trockendock der Werft verlassen. Bis zum nächsten Jahr wird für dieselbe Flotte das Schwesterschiff Celebrity Reflection fertiggestellt. In den vergangenen Jahren sind so bereits 30 dieser riesigen Super-Luxusliner in Deutschland hergestellt und auf die Ozeane der Welt entlassen worden. In Papenburg werden die Schiffe auch mit Kletterwänden, Golfsimulatoren, kunstvollen Badelandschaften, Sonnendecks mit echtem Rasendach und immer prunkvolleren Restaurants mit großen Bühnen ausgestattet. Auf diese Weise ist die norddeutsche Werft ganz nebenbei auch zu einem der größten Theaterbauer Europas geworden.

 

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